Margit Haider-Dechant

Leiterin des Woelfl-Hauses Bonn

Nach abgeschlossenen Studien in Pädagogik und Konzertfach am Bruckner-Konservatorium in Linz, in deren Verlauf Margit Haider-Dechant das Bösendorfer-Stipendium zuerkannt wurde, beendete sie auch am Mozarteum in Salzburg ein Konzertfachstudium in Klavier mit dem Großen Konzertdiplom.

Es folgten weitere Studien bei Leonard Hokanson in Frankfurt/Main und Vitalij Margulis in Freiburg/Breisgau. 2005 wurde sie als Universitätsprofessorin für Klavier an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz habilitiert. Im Dezember 2008 legte Margit Haider-Dechant ihre Dissertation mit dem Titel „Joseph Woelfl-Werkverzeichnis“ vor und wurde im März 2009 mit Auszeichnung zum Doktor der Philosophie promoviert.

Von 2001-2002 nahm Margit Haider-Dechant zusätzlich zur Professur in Linz eine Gastprofessur an der Mahidol-Universität in Bangkok wahr. Sie leitete bis zu ihrer Emeritierung 2014 an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz eine Konzertfachklasse für Klavier. Unter ihren Schülern befinden sich zahlreiche Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe. 2018 nahm sie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn einen Lehrauftrag an.

Margit Haider-Dechant absolvierte zahlreiche Konzerte weltweit, die zum Teil von den Fern-sehstationen der jeweiligen Länder live ausgestrahlt (Bangkok, Moskau, Nikosia, etc.), oder von Rundfunk-und Fernsehstationen aufgezeichnet wurden (ORF, Bayerischer Rundfunk, etc.). Sie spielte zahlreiche CDs ein, unter anderem für die größte japanische Schallplattenfirma Fontec. Die Veröffentlichung der CD „Wagner für Tasten“ führte zu einer Einladung von Wolfgang Wagner zu einem Konzert in die Villa Wahnfried nach Bayreuth.

Ihr Konzertrepertoire reicht vom Barock bis zur Moderne. Sie präsentiert historische Musik, wenn möglich, auf historischen Instrumenten. Besondere Vorliebe hegt sie für die Virtuosenliteratur des 19. Jahrhunderts, u.a. Charles-Valentin Alkan, Erik Satie, Groupe des Six, Olivier Messiaen und die österreichische Moderne. Besondere Höhepunkte ihrer Konzerttätigkeit sind die erste ungekürzte öffentliche Aufführung des bis dahin als unspielbar geltenden „Concert sans orchestre“ Op. 39 von Alkan in Paris – anlässlich des „Festival Alkan“ 1990 in Paris – und die Uraufführung des Klavierkonzerts Nr. 6 von Ludwig van Beethoven in dessen Geburtsstadt Bonn.

2011 gründete Margit Haider-Dechant mit anderen Musikern und Musikwissenschaftlern die Internationale Joseph Woelfl Gesellschaft (IJWG), deren Präsidentin sie seither ist. 2015 folgte die Gründung der Joseph-Woelfl-Gesellschaft Bonn e.V., deren Vorsitz sie ebenfalls führt. Zudem leitet sie das Woelfl-Haus Bonn und gemeinsam mit ihrem Mann Hermann Dechant den Verlag Apollon Musikoffizin. Auszeichnungen: 1998: Ernennung zum Ehrenmitglied des Richard-Wagner-Verbandes Barcelona. 2000: Verleihung der Ehrenprofessur der Russischen Föderation. 25. Juni 2015: Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich durch den Bundespräsidenten der Republik Österreich.

Welturaufführungen von Konzerten

L. v. Beethoven

Konzert für Klavier und Orchester in D-Dur Nr. 6, rekonstruiert nach Beethovens Skizzen von Nicholas Cook und Hermann Dechant

Bonn 2015

Joel Diermaier

„Per sonare“, Konglomerat für Blasinstrumente, Streicher und Klavier nach Alban Bergs Sonate op. 1

Festival für zeitgenössische Musik in Nishnij-Novgorod, Russland, 2008. Orchester der Musikhochschule „Glinka-Konservatorium, Margit Haider-Dechant, Klavier. Arnold Schönberg-Center Wien: Österreichische EA des Klavierkonzerts, 2008

Balduin Sulzer

Konzert für Klavier und Bläseroktett

Ensemble Octogon, Margit Haider, Klavier, Oberösterreichische Stiftskonzerte, Stift Kremsmünster, 1993